Meine Reise ins Weserbergland war eine echte Entdeckungsfahrt – voller inspirierender Erlebnisse, spannender Geschichten und auch einiger humorvoller Momente. Als Reiseveranstalterin schaue ich mir die Regionen, die ich meinen Kunden anbiete, immer persönlich an. So kann ich sicherstellen, dass alles genau so ist, wie ich es mir vorstelle, und dass die Angebote sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen passen. Dieses Mal war ich mit meinem Mann und einer Freundin unterwegs, und wir haben uns in die Region verliebt.
Wir haben privat bei Doris gewohnt, einer Gästeführerin im Weserbergland, die wirklich „Gott und die Welt“ kennt. Ihre Ferienwohnung war sehr komfortabel, die Lage einfach einmalig. Mein Mann war so begeistert, dass er sofort meinte: „Hier kann ich mir auch einen längeren Aufenthalt vorstellen!“ Leider hatten wir nur wenige Tage Zeit, aber ich habe schnell erkannt, dass diese Region unglaublich viel zu bieten hat – eine perfekte Mischung aus Natur, Kultur und einzigartigen Erlebnissen.
Auf dem Weg ins Weserbergland habe ich gleich die erste Entdeckung gemacht: den Erbhof Thedinghausen. Dieses historische Kleinod bietet nicht nur spannende Schlossführungen, sondern auch ein Restaurant mit regionalen Köstlichkeiten und einer wunderschönen Außenterrasse. Besonders romantisch ist es für Paare, die hier heiraten und sich kulinarisch verwöhnen lassen. Für Gruppen ist die Kostümführung mit „Herzogin Christine“ ein Highlight – unterhaltsam und gleichzeitig informativ. Ganz in der Nähe liegt das Arboretum, ein beeindruckender Baumpark, der Naturfreunden und Familien gleichermaßen gefällt. Ob bei einer geführten Tour oder beim freien Erkunden – hier findet jeder seinen Platz.
Ein weiterer Höhepunkt war der malerische Ohrbergpark in der Nähe von Hameln. Zugegeben, mit dem Reisebus wäre der schmale Waldweg ein kleines Abenteuer, aber unsere Busfahrer meistern solche Herausforderungen mit Bravour. Für Gruppen gibt es hier fachkundige Führungen, und auch Kinder kommen auf ihre Kosten: Ein dekorierter Märchenbaum ist der perfekte Ort für Märchenwanderungen – einfach zauberhaft. Ein lustiges Erlebnis hatten wir bei einer Führung durch die feuchten Wiesen. Wir hatten danach zwar nasse Schuhe, aber umso mehr Spaß – solche Momente bleiben in Erinnerung.
Hameln selbst hat mich total begeistert. Die Stadt ist perfekt für Einzelreisende, kleine Gruppen und große Busreisen. Märchen spielen hier natürlich eine zentrale Rolle – schließlich liegt Hameln an der Deutschen Märchenstraße. Die Geschichte des Rattenfängers ist allgegenwärtig: sei es bei einem Besuch des Rattenfängerhauses, einer Stadtführung mit kleinen Messingratten als Wegweiser oder den Freilichtspielen auf der Hochzeitshaus-Terrasse, die von Mai bis September ein Publikumsmagnet sind. Ich habe auch einen gemütlichen Rundgang durch die Altstadt gemacht – bei Nacht! Das mittelalterliche Flair war dabei besonders beeindruckend.
Für Gruppen habe ich in Hameln ein großartiges Hotel gefunden, das direkt in der Innenstadt liegt und Zugang zur Fußgängerzone bietet. Die Lage ist ideal, und das Hotel erfüllt alle Anforderungen für einen komfortablen Aufenthalt.
Unser zweiter Tag im Weserbergland begann herrlich entspannt mit Frühstück auf der Terrasse unserer Wohnung bei Doris. Nach dem ersten Abend, den wir mit ein paar Gläsern Rotwein in ihrer gemütlichen Laube ausklingen ließen – mit Blick auf die Weser und die majestätische Herde Sika-Hirsche, die Doris auf ihren Weiden hält – waren wir wieder voller Tatendrang. So viel Natur und gute Luft sind perfekt um Energie zu tanken!
Unser erstes Ziel: die Hämelschenburg. Das ist Weserrenaissance in Reinform, und ich war sofort begeistert. Die Familie von Klencke betreibt dort nicht nur Trakehner-Zucht, sondern öffnet das Schloss auch für Besucher. Doris, unsere Multitalent-Gastgeberin, bietet hier großartige Führungen an. Besonders charmant: Für die Männer geht’s in die Gewölbekeller mit einem kleinen Museum voller Langwaffen (also genau das, was Männerherzen höher schlagen lässt), und wir Frauen durften die historischen Waschräume bewundern. Da wurde mir mal wieder klar, wie gut wir es heute haben – meine moderne Waschmaschine mit Schleuder ist Gold wert, wenn ich mir diese mühsame Arbeit mit Bottich, Teich und Mangel so vorstelle.
Weiter ging es über das Hochplateau Richtung Höxter, immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken auf das Tal der Weser und die kleinen Dörfer. In Höxter angekommen, haben mich die historischen Fachwerkhäuser sofort in ihren Bann gezogen. Die müssen damals wirklich „viel an den Hacken gehabt haben“, um diese prächtigen Gebäude hochzuziehen. Besonders das Adam-und-Eva-Haus hat es mir angetan – wie kunstvoll und liebevoll der Besitzer sein Haus mit Figuren geschmückt hat! Es war wie eine Entdeckungsreise für die Augen. Auch die Dechanei und das Rathaus sind echte Hingucker.
Die Fußgängerzone in Höxter hat mich dann überrascht – hier gibt’s kulinarisch wirklich alles: vom schnellen Snack an der Bäckerei bis hin zu leckerem Obst an den Marktständen. Mein persönlicher Favorit: der Eissalon Engelchen. Es gab sogar Zimt-Pflaume! Einfach himmlisch.
Nächster Halt: Corvey. Was soll ich sagen? Dieses Ensemble aus barockem Schloss und dem berühmten Westwerk, das UNESCO-Weltkulturerbe ist, zog uns förmlich magisch an. Schon beim Anblick spürt man: Hier steckt Geschichte in jedem Stein. Besonders beeindruckend ist die digitale Glaswand, die das Westwerk von der barocken Kirche trennt. Sie erzählt die Geschichte des Abteiklosters und bringt einem die Mission der Mönche näher, die einst von hier aus den Norden christianisierten.
Als Wahlhamburgerin hatte ich natürlich ein kleines Highlight: Der berühmte Ansgar, der später Hamburg mitgründete, hatte hier seine Wurzeln. Seine Flucht nach Bremen (aus Sicherheitsgründen!) ist aber eine Geschichte für sich.
Corvey ist übrigens auch literarisch spannend: Hoffmann von Fallersleben war hier Bibliothekar – der Mann, der das „Deutschlandlied“ schrieb! Das Schloss beherbergt heute eine beeindruckende Bibliothek mit 75.000 Bänden, darunter viele Schauerromane aus dem 18. Jahrhundert. Und dann der barocke Audienzsaal – einfach atemberaubend. Der filigrane Stuck, die versteckten Rosen, die in der christlichen Tradition für das Sakrale und geheimnisvolle stehen… Vielleicht wurden hier tatsächlich Geheimnisse gehütet? Ich hätte jedenfalls nichts gegen eine Tee-Einladung vom Herzog gehabt – seine Flagge wehte, also war er zuhause. Na gut, vielleicht beim nächsten Mal.
Zum Abschluss des Tages ging es zurück nach Hameln, wo wir den Abend in einem echten Geheimtipp ausklingen ließen: im „La Fortuna“. Dieses winzige, familiengeführte italienische Restaurant hat nur 30 Plätze, aber was für ein Erlebnis! Der Innenhof mit Springbrunnen und typisch italienischer Dekoration versprühte echtes Urlaubsgefühl. Und das Essen? Zum Niederknien! Mein Tipp: Unbedingt vorher telefonisch reservieren, denn die Einheimischen wissen längst, wie gut es dort ist.
Unser letzter Tag startete mit einem herzlichen Abschied von Doris, unserer Gastgeberin und Multitalent-Gästeführerin. Wir hatten uns für Bodenwerder eine Stadtführung auf den Spuren des Baron Münchhausen vorgenommen. Doch bevor es losging, mussten wir uns natürlich mit den logistischen Herausforderungen des Alltags auseinandersetzen – Stichwort: öffentliche Toiletten. Bei den Damen, wie könnte es anders sein, bildete sich eine lange Schlange, während die mutigeren unter uns einfach die Herrentoilette nutzten. Es bleibt ein Mysterium, warum es dort immer schneller geht!
Am Treffpunkt vor dem Rathaus warteten wir gespannt, als uns plötzlich eine barsche Frau in einem Outfit des 18. Jahrhunderts entgegenkam. „Der Baron hat mir gar nichts gesagt, dass Besuch kommt! Nichts ist vorbereitet!“ schimpfte sie los. Es dauerte einen Moment, bis ich mir realisierte: Das war Doris – verkleidet als Frau Bolte, die Haushälterin des Barons! Die Geheimniskrämerin hatte natürlich nichts davon verraten, dass sie auch in Bodenwerder aktiv ist.
Mit voller Hingabe spielte sie ihre Rolle und nahm uns mit auf ihre Runde durchs Dorf, angeblich um Besorgungen zu machen und den Damen Bescheid zu geben, dass morgen Waschtag sei. „Vergiss nicht, morgen beim Baron Münchhausen zu helfen!“ rief sie Passantinnen zu, die ziemlich irritiert schauten. Ihre fantasievollen Anekdoten brachten uns zum Lachen, und bald erfand unsere Gruppe eigene Geschichten dazu. Als jemand andeutete, der Baron hätte vielleicht St. Pauli in Hamburg besucht, fuhr Doris alias Frau Bolte empört dazwischen: „Der Baron im Sündenpfuhl? Niemals! Höchstens bei der Paulskirche!“ Am Ende der Darbietung entpuppte sie sich wieder als Doris und verriet uns, dass sie selbst ohne Kostüm in Bodenwerder als Frau Bolte erkannt wird – eine Ehre, die man sich verdienen muss!
Weiter ging’s nach Einbeck, wo wir im Altstadtcafé im ehemaligen Clarissinnen-Kloster eine Mittagspause einlegten. Zwischen rustikalem Fachwerk und historischen Mauern genossen wir die besondere Atmosphäre. Allerdings gab es bei einer anderen Gruppe ein kleines Abenteuer: Im „Brodthaus“ kam die Bedienung bei 12 Personen etwas ins Schwitzen. Kurzerhand wurde das Essen in Doggy Bags gepackt und mitgegeben – eine kreative Lösung, die ich so auch noch nicht erlebt hatte.
Unsere Stadtführung begann am Marktbrunnen. Im alten Rathaus bewunderten wir einen Käfig, der für „peinliche Verhöre“ genutzt wurde – ein schauriger Einblick ins Mittelalter. Besonders gruselig war der Hinweis, dass angebliche Hexen in den Stadtgraben getaucht wurden, bis sie gestanden. Wer es überlebte, war unschuldig – wer nicht, hatte Pech. Verrückt, was damals alles als „Logik“ durchging!
Die schiefen Fachwerkhäuser Einbecks erzählten ihre eigenen Geschichten. Ich war überrascht, dass die niedrigen Dachgauben ohne Fenster ursprünglich zum Hopfentrocknen genutzt wurden – wieder was gelernt! Leider wurde unsere thematische Führung zu Sprüchen und Redewendungen spontan in einen allgemeinen Rundgang umgewandelt. Schade, ich hätte mich darauf gefreut, aber die Mehrheit entschied anders.
Das Highlight war zweifelsohne das Eickesche Haus. Diese prächtige Fachwerkfassade mit Figuren, Szenen und biblischen Sprüchen ist wie ein Kunstwerk zum Durchstöbern. Ich konnte gar nicht genug Fotos machen! Der humorvolle Hinweis unseres Guides, dass die öffentliche Herrentoilette tatsächlich an die alte Stadtmauer grenzt und „an-die-Mauer-pinkeln“ hier ausnahmsweise erlaubt sei, brachte uns zum Schmunzeln.
Nach einem letzten Besuch in der Marktkirche traten wir müde, aber inspiriert die Heimreise an. Diese Tage waren voller Eindrücke, Geschichte und unvergesslicher Momente. Erschöpft, aber glücklich, weiß ich eines sicher: Mit all diesen neuen Ideen werde ich fantastische Reisen planen können – nach einer kleinen Erholungspause natürlich! 😊
Diese Reise hat mir wieder einmal gezeigt, wie vielseitig das Weserbergland ist – von historischen Highlights über märchenhafte Erlebnisse bis hin zu beeindruckender Natur. Ich bin begeistert, wie viele Möglichkeiten es für Einzelpersonen, Paare und Gruppen gibt. Und ich freue mich darauf, all diese Entdeckungen in meine Angebote einfließen zu lassen, damit meine Kunden die Region genauso erleben können, wie ich sie erlebt habe: unvergesslich, inspirierend und mit viel Herz. Begleite uns auf dieser unvergesslichen Reise ins Weserbergland und lass dich von kulturellen Highlights, malerischer Natur und einzigartigen Geschichten begeistern!
Inhaltsverzeichnis
Urlaub im Weserbergland: Eine Reise auf den Spuren der Geschichte
Erbhof Thedinghausen
Ohrbergpark
Hameln
Hämelschenburg
Höxter
Welterbe Kloster Corvey
Bodenwerder
Einbeck
Gut zu Wissen
Anreise
Die Anreise mit der Bahn ist problemlos möglich. Auch mit dem Auto, dem Camper oder einen Reisebus ist die Region leicht zu erreichen. Busparkplätze sind in Hameln vorhanden neben der Tourist-Information und bei der Rattenfänger Halle.
Übernachten
Wir haben das Hotel „Zur Börse Hameln“ für unsere Gruppen entdeckt. Das Haus punktet für uns vor allem mit dem großartigen Frühstück und bequeme Betten.
Gastronomie
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Beispielblog :
https://herzanhirn.de/weserbergland-rinteln-bueckeburg-stadthagen/
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