Unser Besuch im Maler- und Lackierer-Museum

Im Herzen Hamburgs, genauer gesagt im Stadtteil Billwerder, befindet sich ein wahres Juwel für Liebhaber von Handwerkskunst und Geschichte: das deutsche Maler- und Lackierer-Museum. Untergebracht im historischen Glockenhaus, einem Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, bietet das Museum einen faszinierenden Einblick in die über 800-jährige Geschichte des Malerhandwerks.

Das Glockenhaus: Ein architektonisches Schmuckstück

Das Glockenhaus, benannt nach seinem markanten Dachreiter mit Glockenturm, wurde um 1600 erbaut und steht exemplarisch für die frühe Landhauskultur im Hamburger Umland. Wohlhabende Hamburger errichteten in dieser Zeit schmucke Landhäuser in den Marschlanden, und das Glockenhaus ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieser Bauweise. Mit seinen historischen Treppen, verzierten Türblättern und Stuckdecken versprüht es den Charme vergangener Jahrhunderte.

Das Museum: Eine Reise durch die Zeit des Malerhandwerks

Seit 1984 beherbergt das Glockenhaus das deutsche Maler- und Lackierer-Museum. Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung des Malerhandwerks über acht Jahrhunderte hinweg. Besucher können zeitgeschichtliche Dokumente, Gesellen- und Meisterbriefe, Zunftgegenstände sowie Prüfungsarbeiten bestaunen, die die Arbeitstechniken und Lebensweisen verschiedener Malergenerationen veranschaulichen.

Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher in der umgestalteten Scheune auf dem Gelände. Hier werden handwerkliche Arbeiten und historische Werkzeuge präsentiert, die einen direkten Einblick in die Arbeitswelt der Maler vergangener Zeiten bieten. Besonders interessant ist die Ausstellung zu historischen Farbzusammenstellungen und Techniken aus der Epoche, in der Maler und Lackierer noch eng mit Fresken- und Gemäldemalern zusammenarbeiteten. Diese Verbindung von Kunst und Handwerk wird hier auf eindrucksvolle Weise erlebbar gemacht.

Der Glockenhausgarten: Ein barockes Kleinod

Nach dem Museumsbesuch lädt der angrenzende Glockenhausgarten zu einem Spaziergang ein. Das Bezirksamt Bergedorf ließ diesen als formalen Barockgarten anlegen, der das historische Ambiente des Glockenhauses harmonisch ergänzt. Die gepflegten Beete und Wege bieten einen ruhigen Rückzugsort und lassen die Besucher in die Gartenkunst vergangener Epochen eintauchen.

Eine ideale Vorbereitung für die Kunsthalle Hamburg

Für Kunstliebhaber und Neugierige ist dieses Museum ein wunderbarer Einstieg in die Welt der Kunst und des Handwerks. Besonders als Vorbereitung auf eine Führung in der Kunsthalle Hamburg eignet sich der Besuch hervorragend. Die Ausstellung verdeutlicht, wie tief die Verbindungen zwischen dem traditionellen Handwerk und der hohen Kunst reichen – eine Erkenntnis, die sich in der Kunsthalle fortführt.

Die regulären Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Für Besichtigungen außerhalb dieser Zeiten können Termine vereinbart werden.

Ein Besuch im Maler- und Lackierer-Museum ist nicht nur für Fachleute des Handwerks lohnenswert, sondern für alle, die sich für Geschichte, Architektur und Kunsthandwerk interessieren. Das Zusammenspiel von historischem Gebäude, liebevoll gestalteter Ausstellung und idyllischem Garten macht diesen Ort zu einem besonderen Erlebnis in Hamburg.

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